Der Verein Arbeitsassistenz Tirol hat einen klar definierten Auftrag zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen im Zugang zu Arbeit und Ausbildung. Wenn wir die täglichen Berichte über die ankommenden Flüchtlinge in Österreich hören und sehen, können wir uns vor dem Elend der Menschen nicht verschließen. Spontan haben die Kolleginnen und Kollegen unserer Einrichtung eine Hilfslieferung nach Traiskirchen mit unserem Systempartner Volkshilfe organisiert. Über das berufliche Engagement hinaus Menschen in Not zu helfen stiftet Solidarität. Das haben wir in unserem arbas-Team sehr eindrücklich erleben dürfen. Untenstehend sollen der kurze Bericht und einige Fotos diesen Eindruck widerspiegeln.

Nachdem unsere Kolleginnen Anna St. und Kerstin M. vom Arbas-Büro in Innsbruck am Montag, den 17. August 2015 einen Aufruf innerhalb unserer Einrichtung zur Unterstützung für die Menschen in Traiskirchen starteten, ging alles sehr schnell. Wir, Frank P. und Manfred W. vom Außenstandortbüro Wörgl folgten dem Aufruf und boten uns gleich zur Hilfe an.

Wir telefonierten noch am gleichen Tag mit zahlreichen Firmen wegen etwaiger Spenden. Prompt kamen die ersten Zusagen. Schnell wurde uns in Rücksprache mit Anna und Kerstin bewusst, dass ein PKW zum Liefern nicht ausreichen würde. Nach längerer Überlegung, organisierte eine andere Kollegin, Theresia S. einen Kleintransporter. Die Volkshilfe Wörgl sagte uns deren Hilfe zum Transport mit Fahrer, Transporter und für die Übernahme der Spritkosten zu.

Parallel wurden von vielen Kolleginnen und Kollegen in all unseren Standortbüros laufend Sach- und Geldspenden gesammelt. Heidi P. vom Büro Imst fuhr zum Beispiel ins Ländle und kam mit einem Auto voll Sachspenden von Vorarlberg direkt nach Wörgl angereist. In Innsbruck, Schwaz und Wörgl wurden ebenso tgl. Dinge angeliefert bzw. abgeholt von uns und zum Büro in Wörgl geliefert.

Donnerstag, 27. August abends war es dann soweit. Ein Transporter wurde in Wörgl fast bis an die Decke mit wertvollen Sachspenden gefüllt. Wichtig: Wir folgten einer erprobten Spendenliste für tatsächlich benötigte Produkte! Diese Liste hatte eine der Initiatorinnen von einer befreundeten Hebamme erhalten, die vor Ort schon Hilfe leistete. Es waren sowohl Frauen-,Kinder- und Herrenbekleidung, sowie Schuhe, Spielsachen, aufblasbare Betten, Decken, Schlafsäcke, Unterwäsche und Socken, Medikamente, Heil und Wundsalben, Zahnpasta, Zahnbürsten, Toilettenartikel die wir einsammeln und im Laderaum des Klein-LKWs verstauen konnten.

Von den Geldspenden kauften wir die telefonisch noch erkundeten dringend benötigten Artikel ein, welche uns von der Annahmestelle in Traiskirchen vorgeschlagen wurden (z. B. Toilettenartikel, Unterwäsche, Decken).

Freitag, 28. August starteten dann Christian G. (Volkshilfe – Werkbank) und Frank P: (Arbas) um 06.00 Uhr von Wörgl aus. Ich stieß in Fieberbrunn mit weiteren Spenden dazu. In Salzburg trafen wir dann Martin W. (Salzburger Wohnbau) und gemeinsam luden wir die dort zusammen gekommenen Sachspenden auf. Nach einer ersten Kaffeepause setzten wir die Reise nach Traiskirchen dann fort.

Kurz nach 11 Uhr erreichten wir die Otto Glöckel Straße 24 in Traiskirchen. Nach längerer Diskussion, wo wir die wertvolle Ladung – ca. € 5.000.- an Warenwert waren zusammen gekommen – abladen können, wurden wir von der Organisation ORS http://www.orsservice.at/ entladen. Diese brachten per Kleintransporter mit zwei Fahrten die Sachspenden innerhalb der Mauern des Flüchtlingsheims zur Verteilung und Sortierung.

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Während wir immer auf den ORS warteten verteilten wir mit Mühen und wohl etwas umständlich die alltäglichen Dinge an die allmählich zusammenströmenden Mitmenschen aus all denn fernen Ländern. Die Angst der anwesenden Menschen nicht das richtige zu erhalten oder zu spät zu kommen, trieb sie bis in unseren Lieferwagen hinein. Nur unter größter Überredungskunst und so gut wir uns über die Sprachbarriere hinweg eben verständlich machen konnten, baten wir sie wieder auf die Straße zurück und gaben ihnen die gewünschten Dinge aus dem Laderaum. Der Rest ging an die Verteilerstelle des ORS.

Allein schon diese hautnah erlebte Situation zeigte uns, wie dringend immer noch Sachspenden benötigt werden. Es kamen auch im ¼ Stundentakt private Fahrzeuge mit Sachspenden, welche diese dann an den Menschen auf der Straße verteilten. Kleine Mengen konnten dort tatsächlich auch gut verteilt werden. Unser Tipp: Bei größeren Fahrzeugen und Mengen sollte man sich jedoch unbedingt an die Verteilerstelle des ORS wenden, damit die Spenden auch an mehr Menschen verteilt werden können. (Noch besser – und das wissen wir aus der gemachten Erfahrung – ist es wenn man vor Ort, zu Hause im eigenen Bundesland bzw. in der Heimatgemeinde Hilfe leisten kann. Wir hatten zuvor erkundet, dass alle Sammelstellen in Innsbruck Umgebung randvoll wären, da zeitgleich eine große Hilfewelle durch die Bevölkerung ging und uns genau deshalb zur Fahrt nach Traiskirchen entschieden).

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Sittendorf und einem weiteren Tankstopp mit Kaffeepause, kamen wir alle sehr müde und zugleich sehr zufrieden mit vielen neuen Eindrücken und Ideen, um etwa acht Uhr abends in unseren Heimorten wieder an.

Es nehmen auch die AsylwerberInnenheime in Tirol Sachspenden entgegen. Es sollte dort nachgefragt werden, welche Art von Spenden gerade saisonal benötigt wird und wann genau die Anlieferung ins AsylwerberInnenheim geplant ist. Unbedingt einen Termin mit den dort Zuständigen vereinbaren! Innerhalb von Arbas haben wir uns entschlossen, Sachspenden weiterhin an den diversen Standorten zu sammeln und die Heime in Tirol oder Traiskirchen weiterzugeben.

Bedanken möchten wir uns bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern von Arbas Tirol, Volkshilfe Tirol und den ganz vielen privaten Spendern!!!

Ein großer Dank auch an folgende Firmen, welche uns hervorragend mit Sachspenden aus ihrer Branche unterstützten!!!

  • Fa. Eurogast – Riedhart in Wörgl
  • Central Apotheke in Wörgl
  • Sparkasse Kufstein
  • Raiffeisenbank Fieberbrunn
  • Pillersee Apotheke in Fieberbrunn.

Einen besonderen Dank an die Volkshilfe Tirol – Werkbank Wörgl sowie dem Salzburger Wohnbau für Lagerung und Sammlung der Waren und dem Transport! Ein großes Dankeschön auch an Christian Glarcher für die sichere Hin-und Rückfahrt mit dem Transporter!

Manfred Waltl